Architekturfotografie

Ein Architekturfotograf richtet seinen Blick auf andere Dinge als jemand, der vorwiegend auf Hochzeiten oder im Bereich der Produktfotografie tätig ist. Neben der Standortwahl ist bei der Architekturfotografie vor allem der Vordergrund von grosser Bedeutung: Dominiert dieser die gesamte Szene, geht das eigentliche Motiv leicht im Bild unter. Nachstehend finden Sie vier weitere Tipps, die Ihnen dabei helfen, ausdrucksstarke und lebendige Architekturfotos zu schiessen.

Setzen Sie Filter ein

Ein professioneller Architekturfotograf hat immer mehrere Filter dabei, die eine Vielzahl von Funktionen erfüllen. Mithilfe eines Graufilters können beispielsweise Menschenmassen vor einem vielbesuchten Gebäude „weggezaubert“ werden. Auch bei einem wolkigen Hintergrund kann ein Graufilter ein probates Gestaltungsmittel sein. Ein Polfilter ist ebenfalls eine lohnenswerte Anschaffung: Er sorgt für brillante Farben und verleiht dem Bild das „gewisse Etwas“, das man bei vielen im Internet verfügbaren Gratisbildern vermisst.

Verwenden Sie ein gutes Stativ

Ein erschütterungsresistentes Stativ gehört zur Grundausstattung jedes professionellen Architekturfotografen. Wer am falschen Ende spart, riskiert, dass die Fotos verschwommen wirken und damit unbrauchbar werden. Der Grund: Bei der Architekturfotografie sind lange Belichtungszeiten notwendig, um die gewünschten Resultate zu erzielen. Oft genügt schon ein leichter Wind, um die Arbeit des Fotografen zunichte zu machen. Scheuen Sie deshalb nicht vor der Anschaffung eines teuren Stativs zurück: Die Ausgabe wird sich schneller rentieren, als Sie denken.

Beachten Sie die Tiefenwirkung

Im Unterschied zu einem Videografen muss der Architekturfotograf stets darauf achten, dass seine Bilder eine grosse Tiefenwirkung entfalten. Nur so kann sichergestellt werden, dass die im Moment der Aufnahme herrschende Stimmung nicht verloren geht. Da das fertige Foto nicht drei-, sondern nur zweidimensional ist, muss die Tiefenwirkung auf künstliche Art und Weise erzeugt werden. Dies lässt sich am besten mit Diagonalen bewerkstelligen, die dem Betrachter ein Raumverhältnis suggerieren. Gebäude sollten möglichst nicht frontal fotografiert werden, da dies meist dazu führt, dass sich die Atmosphäre in Luft auflöst.

Die richtige Tageszeit

Bei helllichtem Tag Bauwerke zu fotografieren, ist einer der grössten Fehler, den man als Architekturfotograf begehen kann. Am eindrucksvollsten werden die Bilder, wenn man nachts oder in der Dämmerung arbeitet – dann entwickeln viele Gebäude eine geradezu magische Anziehungskraft. Ein weiterer Vorteil: Grosse und wichtige Bauwerke werden nachts häufig von künstlichen Lichtquellen (z.B. LED- und Halogenleuchten) angestrahlt, sodass der Architekturfotograf bei der Nachbearbeitung interessante farbliche Akzente setzen kann. Manche Fotografen sind wahre Meister der Bildbearbeitung und veredeln ihre Fotos so gekonnt, dass sie ohne Weiteres als Motive für Wandkalender oder Bildbände dienen können.