chemisch entkalken in der Schweiz

Das Entkalken der Wasserleitungen ist ein wesentlicher Bestandteil der Instandhaltungsmassnahmen bei Wohn- und Geschäftsimmobilien. Im Laufe eines einzigen Tages fliessen durchschnittlich rund 130 Liter Wasser durch die Rohre – pro Person. Bei einer fünfköpfigen Familie ergibt sich daraus ein Jahresverbrauch von 237.250 Litern.

Leider gibt es immer noch zu viele Privatpersonen und Betriebe, die keinen Gedanken daran verschwenden, ihre Wassersysteme chemisch zu entkalken. In der Schweiz gibt es zwar zahlreiche Dienstleister, die sich auf chemisch angewandte Entkalkungsverfahren spezialisiert haben – die Vorteile, die eine solche Reinigung mit sich bringt, sind aber längst nicht allen Bürgern bekannt.

Warum eine chemische Entkalkung sinnvoll ist

Das Trinkwasser enthält zahlreiche Mineralien, die beigemischt werden, um die Versorgung mit lebenswichtigen Stoffen (u.a. Kalzium) sicherzustellen. Im Laufe der Zeit bilden sich an den Wänden der Rohre Kalkablagerungen. Dies fördert zum einen die Korrosion der Materialien, zum anderen verringert sich der innere Durchmesser. Das Wasser hat schliesslich nur noch einen Bruchteil des ursprünglich vorhandenen Raumes zur Verfügung, sodass sich der Druck innerhalb der Rohre immer weiter erhöht. Wartet man zu lange mit der Entkalkung, kann es passieren, dass eines der Rohre platzt. Die Folge ist ein Wasserschaden, dessen Beseitigung nicht selten eine hohe fünfstellige Summe verschlingt.

Um ein solches Szenario zu verhindern, gibt es nur eine gangbare Lösung: Chemisch entkalken. In der Schweiz trinken relativ viele Menschen Leitungswasser, das mitunter so viel Kalk enthält, dass der Geschmack leicht metallisch ist. Oft genug wird die Ursache nicht erkannt: Manche Leute besorgen sich im Baumarkt einen Ersatzfilter für den Wasserkran, um dann zu merken, dass der Geschmack sich nicht wesentlich verändert hat. Andere suchen die Ursache an einer Stelle, die mit dem Aroma des Wassers kaum in Verbindung steht – das Trinkgefäss. In Wahrheit kann selbst ein Kelch aus Bleikristall nicht verhindern, dass kalkhaltiges Wasser nach Metall schmeckt.

“Chemisch“ bedeutet nicht gesundheitsschädlich

Wer im Internet nach Informationen zum Thema „chemisch entkalken in der Schweiz“ sucht, stösst früher oder später auf Internetforen, in denen allerlei Halbwahrheiten verbreitet werden. Einer der am weitesten verbreiteten Irrtümer ist, dass durch eine chemische Entkalkung das Trinkwasser stark belastet wird. Tatsächlich werden alle verwendeten Stoffe aus dem System hinausgespült, sodass am Ende keine Rückstände bleiben, die die Qualität des Wassers in irgendeiner Weise beeinträchtigen könnten.

Im Zuge der Entkalkung entsteht zwar Kohlensäure – diese entweicht jedoch vollständig in die Luft. Das bei diesem Vorgang übliche Aufschäumen ist nichts weiter als eine Aufspaltung des Kalks in Kalziumchlorid, Kohlendioxid und Wasser. Das zurückbleibende Wasser enthält lediglich gelöstes Kalizumchlorid, welches ohne Probleme entsorgt werden kann. Chemisch entkalken in der Schweiz bedeutet also nicht, fortan Trinkwasser zu sich nehmen zu müssen, das den Körper belastet oder gar die Gesundheit gefährdet.

Da Kalk sehr gut mit Säuren reagiert, werden beim chemischen Entkalken in der Schweiz vornehmlich Salzsäure sowie Zitronen-, Essig-, Milch- und Amidosulfonsäure eingesetzt. Beim Entkalken von elektrischen Geräten (z.B. Waschmaschinen) verwendet man in der Regel Zitronen- oder Milchsäure, da diese Substanzen weniger aggressiv sind als Salzsäure.