Plakate an einer Wand

Wenn ein Unternehmen Plakate drucken lässt, etwa um auf ein Ereignis hinzuweisen oder ein Produkt zu bewerben, kommt fast immer das sogenannte Offsetdruckverfahren zur Anwendung. Dabei wird die Farbe mit grossen Platten auf das zu bedruckende Material aufgetragen. Die Erstellung der Druckplatten ist ein Teil der Druckvorstufe, die früher mit dem Begriff ‚Reproduktionstechnik‘ bezeichnet wurde und eine Wissenschaft für sich ist. Eine besondere Rolle spielen dabei die Druckplattenbelichtung sowie die Filmbelichtung, die trotz des technischen Fortschritts noch immer ein fester Bestandteil im Dienstleistungsangebot von spezialisierten Medienunternehmen (z.B. Repro Schicker in Baar) ist. Lesen Sie im Folgenden, wie dieser Prozess abläuft und welche Verfahren zur Belichtung in der heutigen Zeit am häufigsten angewendet werden.

CtP – Computer to plate

Das sogenannte „CtP“ (Computer to plate)-Verfahren ist eine der gängigsten Belichtungsmethoden. Bei diesem Verfahren werden die digitalen Daten direkt per Laserlicht auf die Druckplatte belichtet. Hierdurch entfällt der Zwischenschritt über die Filmbelichtung, sodass keine Montage- und Filmkosten entstehen. Mithilfe der digitalen Druckplattenbelichtung können heute Druckpunktgrössen von 20 Tausendstel Millimeter (20 µ) realisiert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass mechanische Einflüsse auf die Druckplatten (z.B. Fehlbelichtungen, Kratzer oder Staub) durch den Einsatz des CtP-Verfahrens vollständig eliminiert werden. In Verbindung mit sogenannten Mini-Spots lässt sich der gesamte Arbeitsablauf effizienter und sicherer gestalten.

Seit 2014 sind Offsetplatten erhältlich, die keine Entwicklung und Gummierung nach dem Belichten der Platte erfordern (No-Process-Platten). Das Auswaschen der nicht belichteten Druckschicht erfolgt im Feuchtwerk der verwendeten Druckmaschine, wodurch weitere qualitätsmindernde Faktoren stark eingeschränkt werden. Als Dateiformat wird im CtP-Verfahren heute in der Regel TIFF/G4 verwendet. Trotz der zahlreichen Vorteile, die diese Methode bietet (nicht zuletzt der Wegfall der Filmbelichtung) hat sich das CtP-Verfahren noch nicht überall durchgesetzt. Gerade in ärmeren Ländern gibt es nach wie vor zahlreiche Unternehmen, die ihr Geld vornehmlich mit der Filmbelichtung verdienen. Dies ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass schnelle Workstations in solchen Regionen noch immer Mangelware sind.

Frequenzmodulierte Raster (FM-Raster)

Mit dem FM-Raster lassen sich Bilder mit einer nie gekannten Farbqualität und einer beeindruckenden Tiefenschärfe realisieren. Anders als beim autotypischen (AM)-Raster sind die Bildpunkte unregelmässig angeordnet. Mit Plattenbelichtern wie dem Kodak Magnus Quantum 800 lässt sich der Farbumfang des vierfarbigen Offsetdrucks um über 100’000 Farben erweitern. Das FM-Raster-Verfahren wird heute von zahlreichen Firmen, die in früheren Zeiten hauptsächlich Filmbelichtungen durchführten, angeboten.

Technisch gesehen fallen die FM-Raster, ebenso wie alle Druckraster ab dem 100er AM-Raster, in die Kategorie der Feinraster. Dieser Oberbegriff ist auch für Laien verständlich und ermöglicht das Bestellen eines fotorealistischen Druckes, ohne dass es nötig ist, sich zuvor mit den Vor- und Nachteilen der einzelnen Verfahren zu beschäftigen. Zu den Anforderungen an Feinraster gehören unter anderem:

  • keine Rosettenbildung
  • keine Mehrkosten
  • Wiederholbarkeit
  • glatte technische Raster
  • Darüber hinaus dürfen die Rasterpunkte für den Betrachter mit blossem Auge nicht zu erkennen sein.