Exklusiv oder billig nachgemacht – wie Sie eine Qualitäts- von einer Billiguhr unterscheiden können

In der Zeit von billigen Nachahmungen, sogenannten „Replicas“ aus China und anderen südostasiatischen Staaten sind auch Uhrenmarken nicht mehr davor geschützt, billigst nachgeahmt und imitiert zu werden. Aber wie erkennt man auch als Laie, ob es sich bei einem Modell um eine günstig produzierte Nachahmung handelt, oder um ein wertvolles Exemplar einer renommierten Uhrenmarke? Es gibt einige sofort erkennbare Merkmale, die dafür oder dagegen sprechen, dass es sich bei einer Uhr um ein edles Modell handelt – oder um eine fast wertlose Replikation.

Das Gewicht

Liegt die Uhr mit etwas Gewicht auf dem Armgelenk, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich tatsächlich um eine Qualitätsuhr handelt. Hochwertige Modelle wie etwa Breitling Navitimer wiegen bereits ohne Armband oft über 100 Gramm. Replikationen und Uhren für unter 100 Franken wiederum verfügen über kaum Gewicht, da sie nicht mit der eingebauten Technologie ausgestattet sind, und auch kein Metall im Inneren eingebaut haben. Abgesehen von der Oberfläche bestehen sie im Regelfall aus Plastik, wodurch das geringe Gewicht zu erklären ist.

Die Innenseite

Wird die Uhr gerade getragen, ist die Innenseite irrelevant, weswegen Produzenten von Billig-Uhren die Innenseite ihrer Modelle meistens glatt und unbearbeitet lassen. Sehen Sie also bei einer angeblich edlen Uhr auf die Innenseite, und können keine Gravur, kein Muster, Logo oder Aufdruck erkennen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich um ein günstiges Modell handelt, dass für wenige Franken in einem Dritte-Welt-Land produziert wurde.

Der Sekundenzeiger

Das Ticken der Uhr verrät oft schneller wie hochwertig die Uhr tatsächlich ist, als ihr Aussehen. Sieht man beim Uhrzeiger, dass er von einem Sekundenstrich zum anderen „springt“ handelt es sich meistens um kein besonders gutes Modell. Bei qualitativ hochwertigen Uhren sollte sich der Zeiger in einem gleichmässigen Fluss bewegen ohne dabei abgehakte Sprünge zu machen.
Ein guter Qualitätsindikator ist die Lautstärke des Uhrwerks. Hört man das Ticken in einem geräuschlosen Umfeld kaum, wurde sorgfältig gearbeitet. Bei Modellen in der niedrigeren Preisklasse ist der Sekundenzeiger im Normalfall sehr gut hörbar und kann beim Schlafengehen oder konzentrierten Arbeiten als nervig empfunden werden.

Markenspezifische Details

Finden Sie sonst keinerlei Anzeichen, dass es sich um eine Imitation des Originals handeln sollte, achten Sie auf Details, die der Hersteller eingebaut hat, um Kunden vor gefälschten Uhren zu schützen. Das könnte zum Beispiel eine Gravur des Herstellers sein, die nur bei Lichteinstrahlung aus einer bestimmten Richtung zu sehen ist. Das trifft zum Beispiel bei Rolex zu, die eine Krone als Markenzeichen eingebaut haben, die nur bei bestimmter Lichteinstrahlung zu sehen ist. Vergrösserungsgläser, die Breite der Uhr, das Design und die Länge des Sekundenzeigers sind ebenfalls Stellen, die gut geeignet sind um Replikationen zu enttarnen.
Aber auch die verwendeten Materialien spielen eine Rolle. Zwar gibt es Replikationen, die gleiche Materialien verwenden, die allermeisten verwenden jedoch billigere Rohstoffe als das Original. So wird zum Beispiel beim Original oft Saphirglas verwendet, während Hersteller von Kopien auf weitaus günstigeres Mineralglas setzen.
Alle genannten Tipps sind gute Möglichkeiten, um gefälschte Uhren von echten zu unterscheiden. Da viele gefälschte Uhren allerdings immer näher an das Original rankommen, und sich manche Modelle bereits kaum mehr vom Original unterscheiden, ist es doch am sichersten, sich bei einem staatlich geprüften Uhrenmacher von der Echtheit des Exemplars zu versichern.