Große Visionen: US-Unternehmen will aus Asteroiden Energie gewinnen

Das Unternehmen Deep Space Industries hat angekündigt, bereits im Jahr 2015 kleine Satelliten zu erdnahen Asteroiden zu schicken, um diese zu erkunden. Ein Jahr später sollen Sonden Bodenproben von Asteroiden zur Erde liefern. Und in etwa 2020, so die Vision des Firmeninhabers David Gump, sollen mit dem kommerziellen Bergbau auf Asteroiden begonnen werden – das abgebaute Material soll dann also direkt vor Ort verarbeitet werden.

Aus den auf diese Weise gewonnenen Metallen sollen mithilfe von 3D-Druckern im Weltraum Teile für Raumfahrzeuge produziert werden. Der eigene, patentierte 3D-Drucker sollen in der Schwerelosigkeit aus Rohmaterialien komplexe Bauteile erstellen. Aus Bodenschätzen soll Energie gewonnen, an andere Raumschiffe und Raumstationen verkauft oder auf die Erde transportiert werden.

Später sollen in der Erdumlaufbahn aus dem gewonnenen Material Kommunikationsplattformen und Solaranlagen entstehen, die unter anderem Kraftstoff, Luft und Wasser für Weltraummissionen zur Verfügung stellen sollen. Die Solaranlagen könnten die gewonnene Energie auf die Erde „beamen“ und damit Kohle und Atomkraftwerke überflüssig machen.

Allerdings sind dies letztlich nur große Visionen, denn man weiß nicht einmal, wie die Satelliten auf den Asteroiden andocken sollen, weil die Schwerkraft der Asteroiden nicht ausreichend ist, um die Satelliten auf ihrer Oberfläche zu halten.

David Gump ist Mitbegründer von drei kommerziellen Unternehmen mit Bezug zur Raumfahrt und NASA-Berater in Fragen zur Beförderung von Menschen auf den Mond. Gump ist überzeugt, dass die Nutzung im Weltraum gewonnener Ressourcen die einzige Weg sei, eine stetige Erforschung des Weltraums zu finanzieren. Die Idee, Ressourcen auf Asteroiden abzubauen ist nicht neu – bereits im April 2012 kündigte das US-Unternehmen Planetary Resources entsprechende Vorhaben an. Neu ist bei Deep Space Industries vor allem die direkte Verarbeitung der gewonnen Stoffe im Weltall.

Das Geschäftsmodell des Unternehmens stützt sich auf die Nutzung von Partnerschaften, Lizenzierung und Unteraufträgen. Man will Marken, die bereits Weltraumabenteuer gesponsert haben oder sponsern wie Red Bull und Google dazu bringen, in das Unternehmen zu investieren, sobald der erste Satellit gestartet ist.

Kritiker bezweifeln nicht nur die technische Realisierbarkeit des Projekts, sondern ob es je die Investitionen ausgleichen, geschweige denn jemals Gewinne erzielen wird.