Doktorhut

Ein Doktorat zu absolvieren, ist ein Schritt, der gut überlegt sein will. Im Schnitt dauert es etwa drei bis vier Jahre, bis man schiesslich promovieren kann. Die Gründe, warum jemand sich für ein Doktorat entscheidet, sind äusserst vielfältig: Während der eine sich ein höheres Einstiegsgehalt verspricht, strebt der andere nach gesellschaftlicher Anerkennung. Ob und für wen sich ein Doktorat wirklich lohnt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Kosten und Nutzen abwägen

Für den Nutzen eines Doktorats ist vor allem das angestrebte Berufsfeld entscheidend. Im medizinischen Bereich wird ein Doktortitel quasi vorausgesetzt, während es in anderen Berufszweigen eher selten ist, dass jemand vor dem Karrierestart eine Promotion absolviert. Wenn man in Forschungs- oder Entwicklungsabteilungen von Industrieunternehmen arbeiten möchte, ist ein Doktorat eine ideale Eintrittskarte in den Beruf. Dies gilt insbesondere für Branchen, die stark naturwissenschaftlich orientiert sind, etwa die Chemie- oder die Pharmaindustrie. Im IT-Sektor oder im Managementbereich kann man dagegen auch ohne Doktortitel etwas werden: Hier zählen Faktoren wie die Berufserfahrung und die viel zitierten „Soft Skills“ in der Regel mehr als ein „Dr.“ vor dem Namen.

Ein Doktorat kostet Zeit

Die zu investierende Zeit ist ein Punkt, der viele Akademiker davon abhält, ein Doktorat zu beginnen. Während andere Hochschulabsolventen bereits mit beiden Beinen im Beruf stehen und Geld verdienen, wälzt man selbst Fachliteratur und feilt an der Doktorarbeit, die in geisteswissenschaftlichen Fächern mitunter 400 bis 500 Seiten umfasst. In den Naturwissenschaften sind Dissertationen oft wesentlich kürzer, doch auch hier muss jede Menge Arbeit investiert werden. Hochschulabsolventen sind daher gut beraten, zuerst ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt ohne Promotion zu prüfen, bevor sie sich auf das Wagnis „Doktorat“ einlassen. Es ist der Sache nicht dienlich, wenn man sein Doktorat erst mit Ende 30 abschliesst und auf dem Jobmarkt ohne Chance ist, weil man keinerlei Berufserfahrung vorzuweisen hat.

Bedeutung des Doktortitels in der Wissenschaft

Wenngleich ein Doktorat keine unbedingte Voraussetzung für eine akademische Karriere ist, hat man es mit einem Doktortitel doch bedeutend einfacher, einen Fuss in die Tür zu bekommen. Wer seinen Namen mit einem „Dr.“ schmücken darf, steigt in der Regel schneller auf als Inhaber von Bachelor- und Master-Abschlüssen. Letztendlich ist es jedoch die fachliche Qualifikation, die darüber entscheidet, ob jemand in der Wissenschaft Karriere macht oder nicht. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Zahl der Veröffentlichungen von Bedeutung: Sie sind die Währung, nach der im Wissenschaftsbetrieb gerechnet wird. Im Besonderen gilt dies für die Naturwissenschaften, aber auch für die Sozialwissenschaften und andere Bereiche. Wer eine Professur anstrebt, ist in jedem Fall dazu gezwungen, ein Doktorat zu beginnen: Ohne einen Doktortitel ist es beinahe unmöglich, einen Ruf auf eine frei gewordene Stelle zu bekommen. Der Anteil der Professoren ohne Doktortitel liegt in den meisten Disziplinen bei weniger als 5 Prozent.