Überwachungskameras

Fast jeder Mensch, der Interesse an modernen elektronischen Geräten zeigt, hat schon einmal einen Videorekorder bedient. In den zurückliegenden Jahren haben sich sogenannte Festplatten-Rekorder (HD-Rekorder) durchgesetzt, bei denen die Datenströme auf einer im Gerät befindlichen Harddisk gespeichert werden. Mit dem Begriff „NVR-Videorekorder“ können dagegen nur wenige Zeitgenossen etwas anfangen – und das, obwohl es heutzutage kaum noch ein grosses Unternehmen gibt, das bei der Überwachung seiner Räumlichkeiten auf diese Technologie verzichtet.

Was ein NVR-Videorekorder ist, lässt sich in wenigen Sätzen erklären. „NVR“ steht für „Network Video Recorder“. Das Wort „Network“ deutet darauf hin, wie die Datenströme bei NVR-Videorekordern gespeichert werden: Die Geräte sind an das lokale Netz angeschlossen und zeichnen die Daten auf Festplatte auf. In der Regel wird bei NVR-Videorekordern das MPEG-4-Format genutzt, das den meisten Heimanwendern bekannt sein dürfte. Die Rekorder sind skalierbar und modular aufgebaut – daher bieten sie ein hohes Mass an Investitionssicherheit für den Käufer.

NVR-Videorekorder arbeiten standortunabhängig

Einer der grössten Vorteile von NVR-Rekordern ist, dass sie standortunabhängig arbeiten. Die Kamerasignale werden digitalisiert, komprimiert und anschliessend paketiert, bevor sie über IP-Netze übertragen werden. Im Gegensatz dazu müssen digitale Videorekorder immer in der Nähe der Kamera stehen, die die Bilder aufzeichnet. Die Leistungsfähigkeit moderner NVR-Rekorder ist enorm: Im Grunde handelt es sich bei ihnen nicht um „klassische“ Videoaufzeichnungs- und Wiedergabegeräte, sondern um vollwertige Personal Computer, die mit Serial ATA (SATA)-, USB- und eSATA-Schnittstellen ausgetattet sind. Die Festplattenkapazität übersteigt jene von Heimgeräten oft um ein Vielfaches.

Typen von NVR-Videorekordern

Je nach Marke und Modell sind NVR-Rekorder mit 8 oder 16 Kanälen lieferbar. Hochklassige Geräte zeichnen sind durch eine vorbildliche Bedienerfreundlichkeit und eine grosse Funktionsvielfalt aus. Die meisten Unternehmen entscheiden sich für Komplettsysteme, die aus einem NVR-Videorekorder, einem PoE (Power over Ethernet)-Switch, mehreren Kameras und diversem Zubehör (z.B. Kabel und Eingabegeräte) bestehen. Die Reichweite der Kameras liegt mitunter bei bis zu 60 Metern. Die Einsatzgebiete eines solchen Überwachungssystems sind äusserst vielfältig und reichen von der Fahrbahnüberwachung in Tankstellen bis zur Aussen- und Innenabsicherung von Handwerksbetrieben.

Preislich sind derartige Komplettsysteme im Bereich von 1’300 CHF bis ca. 2’000 CHF angesiedelt. Bei Systemen mit mehr als vier Kameras können die Anschaffungskosten auch deutlich höher liegen. Ein einzelner NVR-Videorekorder kostet durchschnittlich 150 bis 200 CHF. Wenn bereits eine Überwachungsanlage vorhanden ist, besteht die Möglichkeit, einen neu gekauften NVR-Videorekorder in das bestehende digitale System einzubinden.